Christina Auerswald

Jahrgang 1963, aufgewachsen in Sachsen-Anhalt, studierte Volkswirtschaft an der Martin-Luther-Universität Halle. Nach zwölf Jahren im Rheinland lebt sie heute in Leipzig, ist verwitwet und hat zwei erwachsene Kinder. Ihre Begeisterung für Geschichte begann während ihres Studiums in Halle/Saale und hat sie seitdem nicht mehr losgelassen. Besonders liegt ihr das Miteinander der Nationen am Herzen, die Fragen von Heimat und Zuhause. Im historischen Geschehen entdeckt sie viele Parallelen zur Jetztzeit, aber auch unbekannte und unentdeckte Seiten.
Der Weinhändler hielt im Löffeln inne. Sein Mund stand offen, ein Tropfen hing an seiner Nase. "Die Beine von Fröschen?", fragte er entgeistert. Die Fliege umsummte ihn noch immer. Er nahm keine Notiz von ihr, nicht einmal, als sie sich auf seiner weißen Stirn niederließ und begann, sich die Beinchen zu putzen. Magdalene starrte das Insekt an. "Habt Ihr noch nie Frösche gegessen? Ich liebe Frösche."
aus: Das Wasser der Saale, 15. Kapitel, S. 245

Wie ich Schriftstellerin wurde

Eine Leidenschaft kann an den merkwürdigsten Orten entstehen. In meinem Fall passierte es mitten zwischen Verfall und Moder, Eile, Dunkelheit und Regen.
Ein aufgegebenes Archiv, das sich Stunden später in einen Haufen Beton unter einem Abrissbagger verwandelte, schenkte mir seinen letzten Schatz, Seidenband, um mehrere Papierbündel geschlungen. Das morsche Band löste sich auf. Vor meine Füße fiel das Papier, modrig riechend, die Schrift unleserlich.
Um lesen zu können, was dort stand, musste ich die alte Kanzleischrift lernen. Ich fand die Aufzeichnungen einer Frau namens Magdalene. Ihr Leben aus dem Papier zurückzugewinnen, wurde meine Leidenschaft. Für Magdalene bin ich Schriftstellerin geworden.

Veröffentlichungen

Neuerscheinung

Gefangen in Englischen Eisen

Mehr über
Gefangen in Englischen Eisen
Die 12 Leben des Daniel Vogeler
Neuerscheinung

Die 12 Leben des Daniel Vogeler

Mehr über
Die 12 Leben des Daniel Vogeler
vergriffen

Das Umrühren des Weihnachtspuddings

Mehr über
Das Umrühren des Weihnachtspuddings
Cover Das Haus in der Katharinenstraße
Neuerscheinung

Das Haus in der Katharinenstraße

Mehr über
Das Haus in der Katharinenstraße

Ein paar Taler zu viel

Mehr über
Ein paar Taler zu viel
Buchcover Die Spezereienhändlerin

Die Spezereienhändlerin

Mehr über
Die Spezereienhändlerin
Buchcover Die Enkel des Alten Dessauers

Die Enkel des Alten Dessauers

Mehr über
Die Enkel des Alten Dessauers

Die Kinder des Alten Dessauers

Mehr über
Die Kinder des Alten Dessauers

Das Wasser der Saale

Mehr über
Das Wasser der Saale

Das Blut der Anhaltiner

Mehr über
Das Blut der Anhaltiner

Das Saturei-Medaillon

Mehr über
Das Saturei-Medaillon
Der Fälscher von Ruysmaar

Der Fälscher von Ruysmaar

Mehr über
Der Fälscher von Ruysmaar
Die Ehe der Barbara Körner

Die Ehe der Barbara Körner

Mehr über
Die Ehe der Barbara Körner
Die Ehe der Barbara Körner – Hörbuch

Die Ehe der Barbara Körner – Hörbuch

Mehr über
Die Ehe der Barbara Körner – Hörbuch

Die große Reise der Barbara Körner

Mehr über
Die große Reise der Barbara Körner
Neuerscheinung

Magdalenes Geheimnis

Mehr über
Magdalenes Geheimnis
Die Mission des Stefano Cavallari

Die Mission des Stefano Cavallari

Mehr über
Die Mission des Stefano Cavallari

Magdalene und die Saaleweiber

Mehr über
Magdalene und die Saaleweiber

Zeitungsartikel
und Rezensionen

Fanpost aus Penig/Sa.

Sehr geehrte Frau Auerswald,

seit meinem 10. Lebensjahr Lese ich! Bin Dauergast in der Bücherei. Habe unzählige Bücher gelesen. Sie haben mit Ihren historischen Büchern bei mir den Vogel abgeschossen! Interessant hoch zehn, nie langweilig. Ich frage mich, wo ein Mensch so ein Wahnsinns Wissen herhat? Ich habe alle greifbaren Bücher von Ihnen verschlungen – vieles blieb liegen… Konnte mich nicht trennen. Danke, danke für die tollen Bücher!

Herzlichst Ihre treue Leserin Christel Thongeld

Ein paar Taler zu viel - Rezension

von Marion Johanning

Wenn der eigene Roman fertig ist, hat man als Schriftstellerin auch wieder mehr Zeit zu lesen. Meine Lektüre: „Ein paar Taler zu viel“ von Christina Auerswald. Dieser historische Roman hat mir so gut gefallen, dass ich ihn euch empfehlen möchte.

Diese fesselnde Geschichte spielt in Dresden zur Regierungszeit August des Starken. Die Wäscherin Marie wird in gefährliche Intrigen verwickelt, die um den Großkanzler Wolf Dietrich von Beichlingen und seine Mätresse gesponnen werden. Der Verrat an dem mächtigen Mann droht Marie, ihr Kind und ihre Liebe in den Abgrund zu reißen, doch Marie wächst über sich selbst hinaus …

Der Roman ist nicht nur spannend geschrieben, sondern entfaltet auch ein prächtiges Sitten- und Gesellschaftsgemälde aus der Barockzeit. Exakt recherchierte und gut beschriebene Details lassen einen glauben, man wäre mitten im Geschehen. Besonders gut gefallen hat mir die Darstellung des krassen Gegensatzes zwischen Arm und Reich im Ancien Régime. Hier wird Sozialkritik geübt, ohne mit erhobenem Zeigefinger daherzukommen. Überhaupt schien mir, dass diese Geschichte mit einem Augenzwinkern geschrieben wurde – humorvoll, ohne seicht zu sein. Die Erzählperspektive aus der Sicht mehrerer Personen verlieh den Figuren Charaktertiefe. Zudem gibt es überraschende Wendungen, die den Roman spannend bis zur letzten Seite machen. Die Geschichte hat mich restlos überzeugt.

8. Februar 2023

 

Ein paar Taler zu viel - Rezension

von Babs007

Wir werden mit nach Dresden in die Zeit von August dem Starken genommen. Erhält viele Einblicke in die Lebensumstände der Menschen der verschieden „Schichten“. Man taucht in diese Zeit ein und hat das Gefühl man steht neben den Akteuren. Es werden die Lebensereignisse der verschrienen Akteure aus dessen jeweiligen sich erzählt und das Leben der verschieden Akteure ist wunderbar miteinander verwoben worden. Es ist alles enthalten, der Machthunger, die Gier, die Intrigen und die Liebe, sodass ein tolles ganzes entstanden ist.. Flüssiger Schreibstil. Die Beschreibung der Akteure ist gut gelungen, man kann ihre Handlungen, Beweggründe und Emotionen gut nach voll ziehen. Spannend bis zur letzten Seite.

Dezember 2022

Spannende Einblicke in das Leben des ausgehenden 17. Jahrhunderts

Von Karin Speck

Marie ist eine einfache Wäscherin, die von einem besseren Leben träumt. Sie hat eine schöne Anstellung, doch dann verstirbt ihr Arbeitgeber und für die junge Frau beginnt ein Leben in Ungewissheit. Zur gleichen Zeit lebt der Großkanzler Wolf Dietrich von Beichlingen im Überfluss. Er hat alles von Geld und Macht, bis hin zu einer wunderschönen Geliebten. Er ist seinem König August dem Starken treu ergeben, doch wer Macht hat, hat auch Feinde. Nicht nur für Marie beginnt ein Kampf um das eigene Überleben, auch der Großkanzler muss für seinen Wohlstand hart kämpfen. Die Wege dieser so unterschiedlichen Menschen kreuzen sich auf unvorhersehbare Weise.

Der historische Roman „Ein paar Taler zu viel“ erzählt aus dem Leben einer einfachen Wäscherin im ausgehenden 17. Jahrhundert. Schauplatz ist unter anderem Dresden und Umgebung. Die junge Marie gerät mitten hinein in ein politisches Machtspiel. Sie wird als lebhafte junge Frau beschrieben, die mit ihrem Leben zufrieden ist. Sie hat eine Anstellung und auch ein paar Träume vom Leben. Ihr Leben ist der Dreh und Angelpunkt dieser Geschichte, aber nicht nur. Mit Marie erfährt man, wie das Leben als einfache Wäscherin verlaufen ist, dann kommt ihr Arbeitgeber dazu, auch er muss für seinen Lebensstil arbeiten und zuletzt gibt es Einblicke in das Leben der Reichen und Schönen dieser Zeit. Wobei diese Charaktere mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben. Die Autorin hat diese Mischung aus Schicksalen gekonnt miteinander verwoben und somit ein spannendes Bild dieser Zeit entstehen lassen. Es ist nicht immer alles so, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Der Erzählstil der Autorin ist zwar eigentlich leicht und flüssig zu lesen, aber sie lässt auch ab und an Worte einfließen, die einem beim Lesen in diese Epoche zurückversetzten. Ich mag so etwas gern lesen, wenn man auch dann mal über die Sätze stolpert. Das Gesamtbild ist einfach stimmig. Zudem gefällt mir, dass die Liebesgeschichte von Marie nicht so vordergründig ist, aber doch immer leise durch die Geschichte schwebt. Christina Auerswald beschreibt gerade die Protagonistin Marie lebendig und vielschichtig, aber auch die anderen Charaktere beleben die Handlung. Der historische Hintergrund ist zudem sehr spannend und erzählt von einer historisch belegten Affaire.

Ein Nachwort zum Schluss klärt Fiktion und Wahrheit, auch zeigt sich wieder, dass das Leben die seltsamsten Geschichten schreibt. Erwähnen möchte ich so am Rande noch, dass „Ein Paar Taler zu viel“ zu einer ganzen Reihe von Geschichten gehört, die im ausgehenden 17. Jahrhundert spielen, aber alle einzeln zu lesen sind.

Fazit:

Dieser historische Roman über den Lebensweg einer einfachen Wäscherin hat mir gut gefallen. Es gibt nicht nur interessante Einblicke in das Leben dieser Epoche, sondern auch unterhaltsame Lesestunden. Die vorhandene Liebesgeschichte ist nicht zu vordergründig und sorgt doch für die richtigen Wohlfüllmomente beim Lesen.

Mitteldeutsche Zeitung

Geschich­te knis­tert im Kri­mi
STADTHISTORIE Im Mit­tel­deut­schen Ver­lag ist der Roman „Mag­da­le­nes Geheim­nis” erschie­nen. Die Hand­lung rankt sich um Ereig­nis­se in Hal­le um 1690.
Artikel vom 5./6. Dezember 2015 von Anja Herold

Halle/MZ – Als Chris­ti­na Auers­wald vor vie­len Jah­ren an der Saa­le ent­lang Rich­tung Tro­tha lief, über­fiel sie der Gedan­ke und ließ sie fort­an nicht mehr los: „Ist das schön hier!“ Sie, die frisch zum Stu­di­um der Volks­wirt­schaft aus einer länd­li­chen Gegend bei Bit­ter­feld in die gro­ße, anony­me Stadt gekom­men war, in Neu­stadt im Stu­den­ten­wohn­heim leb­te und bis zu jenem Spa­zier­gang mit Hal­le hader­te, war end­lich ange­kom­men. Sie begann, die Stadt zu lie­ben. Und sich für ihre Geschich­te zu inter­es­sie­ren.

Beson­ders die Zeit des aus­ge­hen­den 17. Jahr­hun­derts hat­te es ihr ange­tan – eine Zeit des Umbruchs, eine span­nen­de Zeit. „Es wird immer gesagt, dass nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg lan­ge Zeit Flau­te herrsch­te und nichts pas­sier­te. Aber das stimmt nicht.“ Den Zuzug der Huge­not­ten führt Chris­ti­na Auers­wald als Bei­spiel an. Die Fran­zo­sen hät­ten damals zehn Pro­zent der Bevöl­ke­rung aus­ge­macht. Angst vor Über­frem­dung, vor mate­ri­el­lem Ver­lust und einer ande­ren Reli­gi­on als der eige­nen hät­ten die Ein­hei­mi­schen damals umge­trie­ben.

In die­ser Zeit nun, um 1690, hat Chris­ti­na Auers­wald ihren ers­ten, im Mit­tel­deut­schen Ver­lag erschie­nen Roman „Mag­da­le­nes Geheim­nis“ ange­sie­delt. Eine jun­ge Frau aus bür­ger­li­chem Milieu, Mag­da­le­ne, bekommt ein unehe­li­ches Kind. Lebt, liebt, lei­det und kämpft in und um Hal­le. Die Geschich­te ist eine Geschich­te, die aber – für Hal­len­ser vor allem – inter­es­sant wird durch die his­to­ri­schen und archi­tek­to­ni­schen Hin­ter­grün­de. Meh­re­re der im Roman spie­len­de Figu­ren haben hier gelebt: der Onkel der Mag­da­le­ne, Con­rad Bert­ram zum Bei­spiel, der Rats­meis­ter in Hal­le war und in der Gro­ßen Mär­ker­stra­ße 7 leb­te. Oder Jean Vimi­el­le, ein Pre­di­ger der fran­zö­si­schen Gemein­de von Hal­le, der in der Mag­da­le­nen­ka­pel­le begra­ben wur­de. Jean Michel Milié, genannt La Fleur, spielt eine Rol­le, der eine Rit­ter­aka­de­mie grün­de­te und im Haus Gro­ße Mär­ker­stra­ße 21⁄22 jun­gen Män­nern aus geho­be­nem Hau­se höfi­sche Bil­dung zukom­men ließ. Und auch die Stra­ßen, Häu­ser, Plät­ze, die Brü­cken und der Fluss: Der Roman spielt an Orten, die zum Teil heu­te noch exis­tie­ren, zum Teil aber nur noch auf alten Sti­chen und Kar­ten zu sehen sind. Klaus­tor und Trö­del tau­chen auf, die Ulrichs­kir­che und der Gra­se­weg. Auf dem Markt herrscht bun­tes Trei­ben, alle Bevöl­ke­rungs­schich­ten tref­fen dort auf­ein­an­der, und am mit­tel­al­ter­li­chen Melu­si­ne­brun­nen tref­fen sich die jun­gen Mäd­chen zum Klatsch.

Auch Mag­da­le­ne, die Haupt­fi­gur, muss es gege­ben haben. „Sie ist 1734 gestor­ben, soviel weiß ich“, sagt Chris­ti­na Auers­wald. Ansons­ten ist das Wis­sen über Mag­da­le­ne sehr lücken­haft, aber weni­ge Auf­zeich­nun­gen von ihr hat die Autorin vor Jah­ren gefun­den. Einen Sta­pel alter Blät­ter, Doku­men­te, Brief­fet­zen habe sie aus einem Papier­con­tai­ner eines Betrie­bes in der Nähe des Bahn­hofs geholt: „Wis­sen­schaft­lich nicht ver­wert­bar“, aber doch mit eini­gen Hin­wei­sen auf die Geschich­te er jun­gen Frau, sagt Chris­ti­na Auers­wald. Jah­re­lan­ge Recher­che und ihre Fan­ta­sie haben dann schließ­lich „Mag­da­le­nes Geheim­nis“ ent­ste­hen las­sen.

Das Buch, das auch Wet­tin zum Schau­platz hat, ist nur Teil einer umfang­rei­chen Rei­he, die als Manu­skript bereits vor­liegt. „Acht Bän­de sind es bis jetzt. Sie spie­len alle in die­ser Gegend – einer in Des­sau.“ Und alle haben his­to­risch ver­bürg­te Gescheh­nis­se zum Inhalt. Die soge­nann­ten extra­or­di­nä­ren Wei­ber – Frau­en mit reli­giö­sen Visio­nen – zum Bei­spiel. Oder der Lum­pen­schmug­gel, der sich an der Gren­ze zwi­schen Bran­den­burg und Sach­sen abspiel­te.

Chris­ti­na Auers­wald lebt inzwi­schen in Bonn und ist lei­ten­de Ange­stell­te in einem gro­ßen Unter­neh­men. Aber Hal­le hat sie bis heu­te nicht los­ge­las­sen.

www.mz-web.de

Leserzuschriften

„Eine Leserin“ am 22.7.2020:

Das Buch „Ein paar Taler zuviel“ entführt in die Zeit August des Starken nach Dresden. Die Autorin versteht es, einen Spannungsbogen aufzubauen und den Leser in das Geschehen einzubeziehen. Die bildhafte  Sprache, die schicksalhaften Wendungen im Leben der Protagonisten ließen mich  bis zum Schluss nicht los. Gelungen ist der geschichtliche Beleg im Anhang. Ich vergebe eine Top Note.

 

Blitz – das Stadtmagazin

Alte Geheimnisse

Kurz vor dem Fest ver­öf­fent­licht der Mit­tel­deut­sche Ver­lag einen Roman von Chris­ti­na Auers­wald, der Euch in das Hal­le von 1690 ent­führt. In „Mag­da­le­nes Geheim­nis” (14,95 Euro) geht es zum einen um den fran­zö­si­schen Ein­wan­de­rer Jean de Morin, der für den Mord an sei­ner Frau gehängt wer­den soll.

Zum ande­ren geht es um die 17jährige Hal­len­se­rin Mag­da­le­ne, die ein unehe­li­ches Kind erwar­tet. Aus die­sem Grund soll sie schnell mit dem ihr frem­den, alten Spe­ze­rei­en­händ­ler Georg Rehnikel ver­mählt wer­den. So will es ihr Vor­mund, der Jurist Con­rad Bert­ram, der auch in den Pro­zess gegen den Fran­zo­sen ver­wi­ckelt ist. Mag­da­le­ne will ver­hin­dern, dass man die­sen hängt, doch die Zeit wird knapp, denn die Ter­mi­ne für Hin­rich­tung und Hoch­zeit lie­gen nah bei­ein­an­der.

Mag­da­le­nes Schick­sal wird Euch bis zur letz­ten Sei­te in sei­nen Bann zie­hen. Die Autorin, in Bit­ter­feld gebo­ren, leb­te vie­le Jah­re in Hal­le und Lands­berg. Grund­la­ge für ihr über­zeu­gen­des Sit­ten­ge­mäl­de mit viel Lokal­ko­lo­rit ist ein sen­sa­tio­nel­ler Fund alter Doku­men­te, hand­schrift­li­cher Noti­zen und Kanz­leischrif­ten.

Arti­kel auf: www.blitz-world.de/halle/hal-gast.htm

Rhein-Lahn-Zeitung

Chris­ti­na Auers­wald stellt ihren Roman vor – Hand­lung spielt Ende des 17. Jahr­hun­derts
Rhein-Lahn-Zeitung, erschienen am 24. Januar 2017, Autor: Karl-Heinz Wolter

Weinähr. Die Atmo­sphä­re eines anhei­meln­den Hau­ses mit freund­li­cher Gast­lich­keit umfängt die Besu­cher des Arn­stei­ner Hofes in Weinähr, nach­dem sie des­sen Wein­stu­be betre­ten haben. Die Buch­au­torin Chris­ti­na Auers­wald aus Rema­gen wird an die­sem Nach­mit­tag aus ihrem his­to­ri­schen Roman „Mag­da­le­nes Geheim­nis“ lesen.

Ein blau­es Woll­kleid hat sie ange­zo­gen, gedie­gen und so geschnit­ten, wie es im 17. Jahr­hun­dert die Art war, sich zu klei­den. Denn der Roman spielt um 1690. So bekom­men die Zuhö­rer einen ers­ten Ein­druck von die­ser Zeit. Bals wird es deut­lich, dass die Autorin sorg­fäl­tig recher­chiert hat, indem sie in vie­len alten Urkun­den, Tage­bü­chern und Beschrei­bun­gen der Stadt Hal­le an der Saa­le gegra­ben hat. Dort han­delt der Roman. Einen sehr ver­ein­fach­ten Ein­stieg in die Geschich­te bie­tet schon der Klap­pen­text. Der ers­te Satz und dann das ers­te Kapi­tel zie­hen die Leser in den Erzähl­strom und las­sen sie wei­ter­le­sen und nicht so schnell wie­der auf­hö­ren, denn die Geschich­te hat hohe erzäh­le­ri­sche Inten­si­tät und Qua­li­tät.

Und sie ist über­wie­gend authen­tisch, beruht auf tat­säch­li­chen Ereig­nis­sen und han­delt von Per­so­nen, die wirk­lich gelebt haben. Es geht um den Mör­der Morin, der gehenkt wer­den soll. Nur die Bür­ge­rin Mag­da­le­ne will den Fran­zo­sen, von dem sie ein unehe­li­ches Kind hat, nicht am Gal­gen sehen. Wie es dazu gekom­men ist, wie sich die kon­flikt­haf­te Geschich­te ent­wi­ckelt und wie sie endet, sei hier nicht ver­ra­ten, aber immer­hin so viel, dass sie span­nend ist und ein Licht auf die­se Zeit mit ihren Wer­ten, Ver­hal­tens­wei­sen, Regeln und sozia­len Nor­men wirft.

„Ich will Men­schen beschrei­ben: ihre Cha­rak­te­re, Per­sön­lich­keits­zü­ge und was sie zum Han­deln in einer bestimm­ten Situa­ti­on antreibt und sie in Kon­flik­ten ent­schei­den lässt“, sagt die Autorin. „Die Pro­ble­me der Men­schen frü­her waren den heu­ti­gen ähn­lich. Wenn man sie erken­nen und beschrei­ben will, braucht es Rei­fe, also Lebens­er­fah­rung und die Fähig­keit, sich in ande­re hin­ein­zu­den­ken, auch Wis­sen über sich sel­ber und dabei die Bereit­schaft, über das eige­ne Selbst­bild nach­zu­den­ken.“

Eine wei­te­re Mög­lich­keit, sich der Zeit um 1700 anzu­nä­hern, offe­riert die Wir­tin des Arn­stei­ner Hofes. Selbst­ver­ständ­lich ste­hen pas­send zur Lesung auf der Geträn­ke­kar­te die bekann­ten Lahn-Weine, aber auch Hypo­cras, ein Gewürz­wein mit Anis,Zimt, Ing­wer, Honig und Kar­da­mom. Außer­dem bie­tet sie Spei­sen an, die sie nach den dama­li­gen Rezep­ten gekocht hat. Auch die Gewür­ze stim­men dabei. Eine beson­de­re Köst­lich­keit ist ein Nuss­pud­ding aus dem 17. Jahr­hun­dert mit Honig, des­sen Ver­lo­ckung kei­ner der Gäs­te wider­steht.

Viel­leicht eben­so bedeut­sam wie das Lite­ra­ri­sche und das Kuli­na­ri­sche ist an die­sem Nach­mit­tag das Gespräch der Gäs­te mit der Autorin mit gefä­cher­ten The­men, bei dem es um die Zeit nach der Refor­ma­ti­on und die Gegen­re­for­ma­ti­on, um Fami­lie und Kin­der, das sozia­le Gefü­ge und die For­men sozia­ler Kon­trol­le, um Lebens­er­war­tung und die Rol­le der Frau geht. Mit­hin: Der Roman ist ein sehr anre­gen­des und span­nen­des Buch für den win­ter­li­chen Lese­abend auf der Couch.

Chris­ti­na Auers­walds Roman „Mag­da­le­nes Geheim­nis“ ist im Mit­tel­deut­schen Ver­lag in Hal­le erschie­nen.

Ein paar Taler zu viel: Macht, Intrigen, Gier und Liebe - alles wunderbar erzählt

von Susanne K

Großkanzler Wolf Dietrich hat eine machtvolle Stellung als Statthalter des Königs August des Starken, aber dadurch auch Neider, die ihn aus dem Weg schaffen wollen. Marie, die kleine Wäscherin mit den großen Träumen, kann tatsächlich diese verwirklichen. Diese gegensätzlichen Geschichten der beiden Hauptfiguren verweben sich auf wunderbare Weise.

Die historische Geschichte ist aus verschiedenen Perspektiven erzählt und dadurch spannend. Der Schreibstil trifft den Ton für den historischen Hintergrund und die Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Figuren werden lebendig, es macht wirklich Spaß, sie auf ihren Reisen zu begleiten und mit ihren Schicksalen mitzufiebern.

Was mir nicht so gut gefallen hat – daher einen Stern Abzug:

Das Buch ist auf gestrichenem Papier gedruckt, daher sind die Seiten dick und das Buch ist mit über 500 g ziemlich schwer. (…) Ich hätte mir gewünscht, dass das Flugblatt, das Anlass für den Roman war, in latenischer Schrift abgedruckt wäre. Die Deutsche Schrift finde ich sehr mühselig zu lesen.

Bis auf diese Kleinigkeiten, die meinen Lesefluss und das -vergnügen ein wenig getrübt haben, eine klare Empfehlung!

(die Rezension bezieht sich auf eine vergriffene Auflage)

Remagener Nachrichten

Span­nen­de Lesung im Evan­ge­li­schen Gemein­de­haus
Mit Christina Auerswald auf Zeitreise

Rema­gen. Im his­to­ri­schen Gewand stell­te am 15. März die Rema­ge­ner Autorin Chris­ti­na Auers­wald ihren his­to­ri­schen Roman „Mag­da­le­ne und die Saaleweiber“ im Evan­ge­li­schen Gemein­de­haus vor.

Sie nahm die zahl­rei­chen Zuhö­rer mit auf eine Zeit­rei­se ins Jahr 1693, nach Hal­le an der Saa­le, wo es Gra­ben­kämp­fe gibt zwi­schen den aus Frank­reich zuge­wan­der­ten Huge­not­ten und den ein­hei­mi­schen Luthe­ra­nern.

Die 21-jährige Mag­da­le­ne hat den 26 Jah­re älte­ren Spe­ze­rei­en­händ­ler Meis­ter Georg Rehnikel gehei­ra­tet und in einem Gespräch mit ihrer bes­ten Freun­din Isa­beau berich­tet sie ihr, dass es eine Ver­nunft­ehe war. Unge­wollt schwan­ger hat­te sie mit die­ser Hoch­zeit die Mög­lich­keit, die Schan­de zu ver­ber­gen. Für ihren Mann bot sich mit der Ehe die Mög­lich­keit, end­lich einen Sohn zu prä­sen­tie­ren.

Über ihren Mann kur­sie­ren in der mit­tel­deut­schen Stadt Gerüch­te, dass er mal eine Magd geschwän­gert und das Kind umge­bracht haben soll. Mag­da­le­ne will die­sen Gerüch­ten zunächst kei­nen Glau­ben schen­ken, jedoch benimmt sich die Alt­magd Else, die schon so vie­le Jah­re den Haus­halt für ihren Mann führt, immer merk­wür­di­ger und auf­müp­fi­ger. Else beginnt, dem rest­li­chen Per­so­nal Geschich­ten über die ver­hex­ten Saaleweiber zu erzäh­len, die zu erken­nen sind an einem Amu­lett, das auch Mag­da­le­ne trägt.

Lei­der war die Zeit­rei­se für die Zuhö­rer im Gemein­de­haus hier zu Ende. Und dabei hät­ten sie doch so gern gewusst, wie die Geschich­te wei­ter­geht.

Vie­le nutz­ten daher die Gele­gen­heit, das Buch am von Hauf­fes Buch­sa­lon vor­be­rei­te­ten Bücher­tisch zu kau­fen und von der Autorin signie­ren zu las­sen, um es zu Hau­se gemüt­lich zu Ende zu lesen.

Der Abend klang in gemüt­li­cher Run­de mit inter­es­san­ten Gesprä­chen mit der Autorin aus. Das Büche­rei­team, das immer wie­der für schö­ne Ver­an­stal­tun­gen im Evan­ge­li­schen Gemein­de­haus in Rema­gen sorgt, trug auch mit fei­nen Häpp­chen zum Gelin­gen des lite­ra­ri­schen Abends bei.

Pressebilder
zum Download