Karola Lempart

Als Jugendliche wollte Karola Lempart (Jahrgang 1958) Schriftsteller werden oder mit Pferden arbeiten. Sie las viel und schrieb Tiergeschichten, ihr größter Traum war ein eigenes Pferd. Später hörte sie auf die Stimmen der Vernunft und studierte Chemie. Sie zog ihre inzwischen erwachsene Tochter allein groß, gleichzeitig schloss sie ihr Studium ab. Der Promotion folgten, über Jahre hinweg, lediglich befristete Stellen.

Heute besitzt sie ein Kleinpferd, sie schreibt Romane und arbeitet als Pferdepfleger. Dabei fühlt sie sich wie in einem andauernden Urlaub: Beim Schreiben erholt sie sich vom Ausmisten – und beim Ausmisten vom Schreiben …
Als Frauen in Technik und Wissenschaft nur ausnahmsweise vertreten waren, nannten diese Exoten sich zu Recht Ingenieurin oder Physikerin. Inzwischen behaupten sie ihre Plätze, auch an der Universität. Zuerst kam die Student, später die Professor … Gebt ihr weibliche Artikel, Pronomen und Adjektive, dann hat eine anerkannte Wissenschaftler es gar nicht mehr nötig, sich noch einen Schwanz anzuhängen!
Karola Lempart, Vortrag beim Linz Poetry-Slam am 17. Juli 2021 in Linz am Rhein

Schriftsteller? Niemals! Immer wieder!

In mir leben mannigfaltige Persönlichkeiten: Sie lieben die Wahrheit oder lügen notorisch, sie sind sanft oder brutal, sie retten Leben oder laufen Amok. Deren Abenteuer möchte ich so erzählen, dass auch Leser davon gefesselt sind. Das bedeutet ständiges Ringen mit dem Plot, den Worten, der Grammatik und mit meinem inneren Faulpelz, der lieber lesen oder Star Trek schauen möchte. Schließlich liegt ein Text vor mir, von dem ich selbst sagen kann: Noch nicht perfekt, aber passabel.

In diesem Moment weiß ich, dass ich den schönsten Beruf der Welt ausübe.

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